Jahresausstellung der AdBK

17.-26. Juli 2015

Kinotipp der Woche

Victoria

Ein Film, ein Take. 140 Minuten ohne Schnitt! Wahnsinn. Sehr empfehlenswert der neue Film von Sebastian Schipper. Mit einem überragenden Frederick Lau!

Ich war drin, ihr solltet das auch tun!

Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach

Mal etwas erfrischend Anderes.

Ein Film von Roy Andersson. In der Art seiner Herangehensweiße sehr ähnlich zum Jeff. Jede Szene auf den Millimeter genau geplant und im Studio nachgebaut. Die Produktion dauerte mehere Jahre und ist ein Sammelsurium aus grotesken, surrealen und bitterbösen Albtraumszenen ohne größeren Handlungszusammenhang. Mit viel Liebe zu Detail. Zudem sehr sarkastisch, aber ohne den Zuschauer in irgendwelche Wertungen oder Richtungen zu führen. Auf jedenfall ein Besuch wert.

Wir sind jung. Wir sind stark.

Ein Film von Burhan Qurbani über ein politisches Ereigniss der jüngeren deutschen Geschichte.

Mit einem sehr sehr gut spielenden Jonas Nay. Sollte man sich auf jedenfall anschauen. Man muss nicht alles gut finden, aber man kann darin viel Gutes finden!

Haut nicht nur in eine Bresche, sondern ist sehr vielschichtig und versucht Ambivalenzen aufzudecken.



Theatertipp der Woche: Baal am Resi

Liebe Freunde des Theaters,

zur Zeit kann man die Frank Castorf Inszenierung von Baal im Resi über sich ersprudeln lassen. Abgesehen von den sehr guten schauspielerischen Leistungen bietet die Inszenierung auch 4,5 Stunden Wahnsinn, Politik, Bildgewalt und (glücklicherweise!) sehr viel Humor. Auch sehr viel Selbstironie, welche das Stück letztendlich auch Aufnahme fähig macht.

Die erzeugte Stimmung ist unglaublich gut, nichtzuletzt auch der gewaltigen Bühnengestaltung von Aleksandar Denić zu verdanken. Da wurde nicht gespart.

Wer den Film "Apokalypse now" mag, wird das Stück lieben. Alles erinnert an das amerikanische Lager aus dem Film, in welchem Alle dem Wahnsinn erliegen. Damit nimmt Castorf Baal und bringt ihn in eine Situation, in der jeder Mensch zu Baal würde. Baal als die Reduzierung vom Menschen zum reinen Fleisch im Kontext des Krieges.

Aber vorallem die dann doch grotesken und humorvollen wie selbstironischen Momente machen das Stück sehr sehenswert! (Wenn man eben 4,5 Stunden Wahnsinn aushält)

Tauberbach in den Kammerspielen! _ 9.12 - 12.12

Objektbeschreibung: Münchner Kammerspiele / Schauspielhaus *Tauberbach* von Alain Platel, Regie Alain Platel, Uraufführung 17. Januar 2014
IM BILD: Elsie de Brauw, Ensemble
[Mit Bérengère Bodin, Elsie de Brauw, Lisi Estaras, Ross McCormack, Elie Tass, Romeu Runa // Ausgangspunkt für *Tauberbach* ist die Dokumentation *Estamira* über eine schizophrene Frau in Brasilien, die auf einer Müllkippe lebt. Überleben und dabei die menschliche Würde nicht verlieren, bildet ein zentrales Thema. Eine andere Inspirationsquelle ist *Tauber Bach*, ein Projekt mit Musik von Bach, gesungen von Gehörlosen.]

LESUNG_ WOLF HAAS IM VOLKSTHEATER_ 27+28. DEZEMBER_20Uhr

Ob du es glaubst oder nicht. Zuerst wird der Brenner von einem Zehnjährigen bewusstlos geschlagen. Und dann versucht seine Freundin, ihn vor den Traualtar zu schleppen. Es läuft nämlich gerade ausgesprochen gut zwischen den beiden. Einziges Problem: mit seiner anderen Freundin läuft es ebenfalls verdammt gut. Da ist es für den Brenner ein Glück, dass auch noch eine dritte Frau in sein Leben tritt, indem sie verschwindet. Vermutlich ist sie von einem Mädchenhändlerring entführt worden, und die Suche nach ihr hilft dem Detektiv bei der Lösung seiner privaten Probleme, sprich Flucht in die Arbeit. Denn nie kannst du besser über das Glück nachdenken, das ein Ehering bietet, als wenn der berüchtigtste Zuhälter der Stadt gerade dazu ansetzt, dir die Hände abzuhacken.

Wolf Haas wurde 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer geboren. Seine Krimis mit Privatdetektiv Brenner wurden mehrfach ausgezeichnet und erfolgreich fürs Kino verfilmt. 2006 erschien sein Roman Das Wetter vor 15 Jahren, der mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 2009 kam der Bestsellererfolg Der Brenner und der liebe Gott heraus. Das illustrierte Kinderbuch Die Gans im Gegenteil erschien 2010.
Wolf Haas lebt in Wien.

https://www.muenchner-volkstheater.de/spielplan/gastspiele/wolf-haas

Residenztheater | CALL ME GOD

"Call me god" hat der Attentäter auf eine Tarot-Karte geschrieben, die er am Tatort zurücklässt. Ein Jahr nach dem 11. September 2001 erschießt ein Serienmörder im Großraum Washington D.C. wahllos Passanten. "Nennt mich Gott" fordert er, und Polizei und Medien gehorchen. Während die USA zum Krieg gegen den Irak rüsten, der Tausende das Leben kosten wird, entzündet sich die Hysterie von Medien und Bevölkerung an einem Serienmörder, dessen Taten von kalter Präzision und unerklärlicher Systematik zu sein scheinen.

Die Autoren Gian Maria Cervo, Marius von Mayenburg, Albert Ostermaier und Rafael Spregelburd beschreiben, ausgehend vom realen Fall des „Beltway Snipers“, eine Gesellschaft, die sich zum Spielball eines Amokläufers macht und in ihm einen modernen Heldentypus findet und feiert. Der Serienkiller ist nicht länger abseitiger Defekt der Gesellschaft, sondern ihr medialer Heros, ein Gladiator, der zum Brot die Spiele liefert.

RICOCHET #8. Jan Paul Evers

In der Ausstellungsreihe RICOCHET zeigt das Museum Villa Stuck als achte Position Arbeiten des 1982 in Köln geborenen Künstlers Jan Paul Evers in dessen erster musealer Einzelausstellung. Jan Paul Evers folgt mit seinen Werken einem erweiterten Fotografiebegriff: In seinen künstlerischen Arbeiten im fotografischen Verfahren erobert er den Raum, schafft ihn neu und bannt ihn schließlich auf Papier, wobei die Spur eines Objektes manchmal sichtbar bleibt, andere Male gänzlich unkenntlich wird. Nicht das Motiv steht im Zentrum von Evers’ Arbeiten, sondern das Medium selbst.

In seinen kontemplativen fotografischen Werken, allesamt Unikate, geht Evers den technischen und gestalterischen Möglichkeiten des Mediums Fotografie nach und nimmt es als Ausgangspunkt, die Fotografie wie auch ihr Verhältnis zur Kunst zu untersuchen. Er beschäftigt sich nicht nur mit der Geschichte und Ästhetik der Fotografie, sondern darüber hinaus mit der Frage von Authentizität, Realität und Wahrnehmung, mit Sehweisen, Objektivierung, wie auch mit der Technik und den Gestaltungsmöglichkeiten von Fotografie. [...]

RESIDENZTHEATER | ZEMENT VON HEINER MÜLLER

 

Nach drei Jahren Revolution und Bürgerkrieg kehrt Regimentskommandeur Gleb Tschumalow gleich dem ODYSSEUS in seine Heimat zurück wie in eine fremde Welt. Die Zementfabrik scheint dem Verfall preisgegeben und die revolutionären Träume und Visionen zerrinnen im Kampf um das alltägliche Überleben. Tschumalows Frau Dascha organisiert die Frauen und die Versorgung des örtlichen Kinderheims. Besitz und Familie zählen für sie nicht mehr, und ihrer revolutionären Aufgabe opfert sie wie MEDEA das gemeinsame Kind. Der bürgerliche Ingenieur Kleist provoziert in Tschumalow den Zorn des ACHILLEUS. Einst hatte er Gleb an die Feinde verraten, doch nun wird er für die Inbetriebnahme der Zementfabrik gebraucht. Die jungen Revolutionäre Polja und Iwagin widmen sich voller Euphorie der Revolution. Doch der Parteiapparat sortiert sie aus. Die Revolution verrät ihre Kinder. Tschumalows verzweifeltes Ringen gleicht dem KAMPF DES HERAKLES MIT DER HYDRA: ein alptraumhaftes, verirrtes Gefecht des verletzlichen Körpers mit den neuen Ideen.

Heiner Müller, dem die "Arbeit am antiken Mythos immer Arbeit an der Geschichte war", hat 1972 nach Gladkows Revolutionsroman aus dem Jahr 1925 eine große menschliche Tragödie geschrieben. Die archaische Sprache der Figuren, die Intensität der Bilder und Visionen provoziert gleichermaßen Fremdheit und Nähe. Dimiter Gotscheff inszeniert Müllers selten aufgeführtes Drama über den kurzen Augenblick der Menschheit, wo ein uralter Traum gelebt und zunichte gemacht worden ist, als ein groteskes, poetisches Ritual aus der Sicht des Kindes der Tschumalows, denn: "Was man braucht ist Zukunft und nicht die Ewigkeit des Augenblicks. Man muss die Toten ausgraben, wieder und wieder, denn nur aus ihnen kann man Zukunft beziehen". (Heiner Müller

http://www.mDie Krise fängt bei jedem selbst an. Beim unverschämten Blick des Anderen aus dem Spiegel, der klar macht, dass nicht die Innerlichkeit, souenchner-kammerspiele.de/spielplan/gasoline-bill/

 

Stückbeschreibung:

Die Krise fängt bei jedem selbst an. Beim unverschämten Blick des Anderen aus dem Spiegel, der klar macht, dass nicht die Innerlichkeit, sondern das Außen zählt, und dass die stets traumatische Erfahrung der Liebe nur auszuhalten ist, solange wir es schaffen, einander fremd zu bleiben. Oder sind wir am Ende tatsächlich einfach nur Mit-Menschen, Helfershelfer oder Co-Calvinisten, die eifrig daran arbeiten, dass sich nichts ändert?

Zwischen Film-Zitaten, psychoanalytischer Theorie und hysterisierenden Überlegungen zur unerträglichen Schwierigkeit des Seins fragt René Pollesch nach den Möglichkeiten politischen Handels im 21. Jahrhundert. Nach der Möglichkeit, einen schönen neuen Kapitalismus zu kritisieren, in den man immer schon auf irgendeine Art verwickelt ist, der sich nicht mehr von außen betrachten lässt, und der alles was man sagt, fühlt oder lebt, bereits im selben Moment vereinnahmt.

Gibt es einen Ausweg? Reicht es, mit Greenpeace zweihundert Delphine zu retten, um am Ende selbst erlöst zu werden? Ist das glückliche Leben nur einen Kaffee auf einer Rabatt-Stempelkarte entfernt? Oder einen Anruf bei Domian?

 

 

KONZEPTUELLE FOTOGRAFIE

In den 60er Jahren versuchen Künstler mit Hilfe der konzeptuellen Fotografie Gedanken einen neuen Ausdruck zu verleihen. Nicht mit Worten, sondern mit Bildern sollen Konzepte dargestellt werden. Banale Ereignisse rücken in den Fokus der Kameras und sollen abstrakte Konzepte bildlich darstellen.

James Turrell in München

Reathro Green, 1968
Reathro Green, 1968

Gerhard Richter ATLAS MIKROMEGA

Kunstbau 23. Oktober 2013 - 9. Februar 2014

 

http://www.lenbachhaus.de/ausstellungen/2013/gerhard-richter-atlas/

AFRITECTURE

Bauen mit der Gemeinschaft

14.09.2013 - 02.02.2014
Pinakothek der Moderne

Architekturmuseum der TU München